Stiftischer Meisterhof - Donnerwirt

Die "Curia" (=Hof) entstand im Jahre 1152 als sogenannter "stiftischer Meisterhof" und hing eng mit dem Besiedelungsbeginn sowie mit dem früheren und späteren Bergbau (s.d.) zusammen. Bedingt durch seine Lage wurde dieser Hof oftmals von den Muren und Hochwässern des Winterhöllbaches bedroht und auch beschädigt, so daß das Gebäude im 14. Jh. vorübergehend leer stand.

1431
pachtete Gottfried Welz den Meisterhof mit dem Eisenwerk.
1448
zinste der Pächter (?) dem Stift 300 Laib Käse und mit vier Ochsen zu Fuhrleistungen.
1454
folgten die Brüder Kathreiner aus Admont als Pächter des Hofes mit dem "Eisenperg und Hammer".
1550
bewirtschaftete Michael Sorger, 1575 Thoman Prantstetter.
1579
Balthasar Thanner den "Meisterhof", letzterer zinste mit den vier Ochsen nicht mehr, weil das Eisenbergwerk und das Radwerk durch Vermurungen zerstört waren.
1335
wird erstmals das kleine Anwesen "in der Öd", bzw. 1448 und 1525 "Öder" genannt und werden in einem Vergleichbrief von 1438 über das "Gut Ödanger" auch Bergwerkseinrichtungen erwähnt.
1550
und später gehörte "Öder" verschiedenen Zeyringern.
1618
ist "Müll von der Leyrin" geteilt worden: 1/2 Paul Strauß, 1/2 Balthasar Thanner (v. Meisterhof)
1644
1/2 Ambrosi Lavanthaller, 1/2 Balthasar Fünsterberger
1669
"Müll unter der Leyring": 1/2 Balthasar Finsterberger, 1/2 Georg Thanner
1753
gehörte "Müll unter der Leyring" zur Gänze Paul Kassegger, das Areal nannte sich
1758
"Gut an der Müll ober dem Meisterhof" und gehörte Jakob und Gertraud Thanner. Nach dem Tod von Gertraud, Jakob und Rosina "Thonner", nun "Straußengut" genannt.
1795
hatte Franz Eßlmayr das Straußengut inne. Zur ursprünglichen Dotation der Kirche von Johnsbach gehörte u.a. auch eine "Brettersägemühle", welche vor 1800 an den Besitzer des Straußengut verkauft wurde.
Doch wieder zum "Meisterhof", zu Balthasar Thanner, der
1618
die Güter "Meisterhof", "Öd" und "Müll unter der Leyrin" bereits zu einem Besitz vereinigt hatte.
1644
zerfiel dieser zusammenhängende Besitz wieder, dafür nutzte Balthasar Thanner auch "Pensoldt", die Wiesen von "Choar" und von "Rotleiten".
1669
kam auch die "Plattenau" (Plonau) unter Thanner. Gerorg Thanner wurde nun als "Ambtmann auf dem Meisterhof" geführt. Das Geschlecht der Thanner verlor sich aber in Johnsbach wieder, so daß
1796
Mathias Schafgassner die Güter Tonner, Ödanger und Strauß abermals zu einem Besitz vereinigte. Mittlerweile hat sich die Bezeichnung von "Thanner" über "Thonner" und "Tonner" zu "Donner" geändert. - Etwa um
1980
ging das große "Gut Tonner" an Anton und Maria Eßlmayr, die es
1860
an Theresia und Simon Pichlmayer bereits als "Wirtshaus" verkauften. Das Wirtshaus dürfte aber schon länger bestanden haben. - Theresia Pichlmayer starb 1873. - Simon Pichlmayer jun. (geb. 1865) war nächster Inhaber der Realität Tonner, einschließlich Ödanger und Strauß, tauschte aber
1895
mit Johann Schweinegger, dem damals der "Thonner-Hof" auf der Buchau, das "Gasthaus Pichlmayer" in Weng, sowie das "Gasthof Seiler" (heute Zeiser) in Admont gehörten.
Pichlmayer Simon vermählte sich mit Juliane Mayer, blieb erst in Admont (Seiler) und erwarb ab 12/1898 das Wirtshaus vlg. Wagner, wo er 1937 starb.
Johann Schweinegger und seine Gattin Elisabeth, geb. Mayer aus Weng ließen neben dem "Gasthaus zum Donnerwirt"
1896
oberhalb des Kastaniengartens einen "Glassalon" errichten und
1897
ein einstöckiges Gebäude bauen, in welchem auch das kleine Postamt untergebracht werden konnte.
1900
entstand auf seine Initiative auch das "Gasthaus zur Bachbrücke", entstand auf seine Initiative auch das "Gasthaus zur Bachbrücke",
1902
ließ er das Stallgebäude erweitern und tauschte
1903
mit Johann Schöffauer das "Lackner-Gütl" gegen "Karjäger".
1913
starb Elisabeth und
1917
auch Johann Schweinegger, so daß die Tochter Romana alles erbte, das Wirtshaus aber bald verpachtete, da sie von 1914 - 1921 Wirtin auf der Mödlinger-Hütte war. Das Haus "Donner" entwickelte sich zum traditionellen Touristen-Gasthaus, wenn auch die Einrichtungen recht spartanisch waren.
Romana blieb allein, wurde älter und verkaufte das "Gut Donner" mit Strauß und Karjäger an Franz Berghofer vlg. Kölbl. Das Gebäude mit dem Postamt und die Wiesenflächen von Ödanger überließ sie ihrer Schwester Hedwig Kröll.
1953
zog Franz Berghofer mit seiner Gattin Maria, geb. Pircher, und dem Sohn Reinhold in das Haus "Donner" und überließ vlg. Kölbl seinem älteren Sohn Franz. - Die Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse in der Nachkriegszeit erlaubte eine Renovierung des Hauses und eine zeitliche Anpassung der Einrichtung.
1956
verschied unverheiratet die legendäre "Donnerwirtin" Romana Schweinegger im Alter von 77 Jahren.
1958
legte Berghofer die Landwirtschaft still und demontierte
1959
das private E-Werk samt Sägewerk und Fluder (gegenüber vlg. Lackner), da das Dorf mit Strom vom neuen Kraftwerk des Stiftes aus Johnsbach ordentlich versorgt wurde.
1960
stand im Gastzimmer vom Donnerwirt auch der erste Fernsehapparat des Dorfes, doch der Empfang war schlecht.
Durch die Verbauung der Wildwasserläufe konnte auch die Straße gefestigt werden, was einen Anstieg der Gästefrequenz einleitete. Im Dorf hatte man renoviert, verbessert, verschönert und kalkuliert. - Da geschah im Hause Donner das Unerwartete: Franz Berghofer sen. ist an den Folgen eines harmlos scheinenden Verkehrsunfalles am 26.9.1973 gestorben. Witwe Maria und Sohn Reinhard, der inzwischen in Graz gastronomisch ausgebildet wurde, führten den nunmehr als "Gasthof zum Donnerwirt" bezeichneten Betrieb weiter, bis am 11.3.1982 auch Maria Berghofer verstarb.
1982
bauten der Donnerwirt und der Kaufmann Pircher zusammen ein kleines Kraftwerk am Winterhöllbach und geben überflüssigen Strom noch an das stiftische E-Werk in Johnsbach ab.
Dem unverheirateten Reinhold Berghofer half nun seine Nichte Gerlinde (v. Kölblwirt) als Kellnerin, heiratete 1984 Franz Stadlauer, blieb aber weiterhin im Hause. Diesem Umstand zufolge bildete sich später der Betrieb zur Berghofer-Stadlauer Ges.m.b.H. um.
Im Hause werden laufend notwendige Investitionen (Schankraum, Gästezimmer, Sanitäranlagen u.a.) getätigt, dennoch blieb der Charakter der alteingesessenen, gemütlichen und traditionellen Touristen-Gaststätte erhalten. Der Kastaniengarten, den noch Johann Schweinegger 1895 anlegte, zeigt nach 100 Jahren recht stattliche, schattenspendende Bäume.


Der Text stammt aus dem Buch: Johnsbach von der Knappensiedlung zum Friedhof (1999) - verfasst von H. Walter

Archivbild 1
Archivbild 2
Die Geschichte vom Donnerwirt - Gasthof zum Donner
Nach oben